Chronik

Die Firmengeschichte der Firma Friedrich / Gerhard Fichtenbauer
Friedrich FichtenbauerErna FichtenbauerHerta GamperGerhard FichtenbauerAktuelles
Die Zeiten waren nicht rosig, als der junge Friedrich Fichtenbauer in den 1930ger Jahren das Klaviermacherhandwerk kennenlernte. Er reiste mit seinen beiden älteren Brüdern Franz und Ernst, bereits ausgelernten Klaviermachern, im Beiwagen eines Motorrades kreuz und quer durch Österreich, um bei der Betreuung von Klavieren mitzuhelfen.
Friedrich Fichtenbauer
  • So hatte Friedrich Fichtenbauer bereits ausreichend Erfahrung aufzuweisen, als er 1939 die Gesellenprüfung im Klaviermacherhandwerk erfolgreich ablegte.
  • 1946 gründete er gemeinsam mit seinen Brüdern im Zentrum von Wien, Ecke Sterngasse / Marc Aurelstraße die Firma Fichtenbauer.
  • 1950 wurde das Lokal schließlich für drei erwachsene Klaviermacher zu eng und es wurden die drei unabhängigen Firmen Franz Fichtenbauer im 17., Ernst Fichtenbauer im 16. und Friedrich Fichtenbauer im 2. Wiener Gemeindebezirk gegründet.
  • Friedrich Fichtenbauer begann in der Blumauergasse 25 – Ecke Zirkusgasse ein eigenes Geschäftslokal aufzubauen.
  • 1952 legte er erfolgreich die Meisterprüfung ab.
  • Es dauerte nicht lange, bis eine stattliche Anzahl von prominenten Kunden und Klavierliebhabern seine Fähigkeiten zu schätzen wusste. Die Wiener Sängerknaben, das Wiener Theresianum, die Musikschule von Bruck an der Leitha, die Festspiele von Mörbisch, Robert Stolz, Karl Grell und viele mehr vertrauten ihm ihre Klaviere zur ständigen Betreuung an.
  • Auch wenn er seine Arbeit und Berufung mit Freude verrichtete, sie wurde immer mehr und war für einen Einzelnen kaum mehr zu bewältigen.
  • Das Glück wollte es, dass eine junge Dame in sein Leben trat, die er 1955 ehelichte. Bald wurde Erna Fichtenbauer seine rechte Hand und die “Seele” des Betriebes.
  • Sie spezialisierte sich auf die Reparatur und Renovierung von Klaviermechaniken. Sie war für die Terminplanung zuständig und im Verkauf tätig . . . und war bereits zu einer Zeit Meisterin des “Customer-Supports” als es diesen Begriff noch gar nicht gab.
Erna Fichtenbauer
Herta Gamper
  • Das Geschäftslokal wurde nach und nach ausgebaut. Die Werkstätte und die Ausstellungsfläche wurden vergrößert, um den Kunden möglichst viele Instrumente in allen Preislagen, vom preisgünstigen Lernklavier bis zum Spitzeninstrument, anbieten zu können.
  • Schließlich wurde auch die Schwester von Erna Fichtenbauer, Herta Gamper als “Guter Geist” im Familienbetrieb tätig. Sie ging nicht nur bei vielen Tätigkeiten hilfreich zur Hand, sondern sorgte auch immer fuer gute Laune im Betrieb.
  • Die Söhne von Erna und Friedrich Fichtenbauer wuchsen praktisch zwischen den Klavieren auf und der jüngste, Gerhard Fichtenbauer, entschloss sich schon sehr früh, nach einer kaufmännischen Ausbildung, ebenfalls das Klaviermacherhandwerk zu erlernen und das Geschäft nach der Pensionierung der Eltern weiterzuführen.

  • Das Bauen von neuen Klavieren lernte Gerhard Fichtenbauer nicht irgendwo, sondern in einer der besten Klavierfabriken der Welt, bei der Firma Bösendorfer. Für Serviceleistungen und die Restaurierung von gebrauchten Klavieren konnte er von der langjährigen Erfahrung seines Vaters und seines Onkels profitieren.
  • Schließlich wurde er mit 24 Jahren der jüngste Klaviermachermeister Österreichs.
  • Seit 1987 setzt er die Tradition des erfolgreichen Familienbetriebes als Firma fort.
Gerhard Fichtenbauer
  • Der Klaviermachermeister kann Klaviere nicht nur bauen, renovieren und stimmen, er kann sie auch spielen. Seitdem er als Sechsjähriger begann, das Klavierspiel bei einer renommierten Klavierlehrerin zu lernen, bezaubert er immer wieder Freunde der Tastenkunst mit den unterschiedlichsten Melodien, die er mit seinen flotten und gefühlvollen Fingern den Klavieren entlockt. Seinen Kunden kommt dabei zugute, dass sie neben der fachlichen auch eine Beratung aus pianistischer Sicht bekommen können.
  • Nachdem die Eltern in den wohlverdienten Ruhestand gegangen sind, führt Gerhard Fichtenbauer den ehemaligen Familienbetrieb als “Ein-Mann-Unternehmen” weiter. Ermöglicht wurde das durch die Einführung von “variablen Geschäftszeiten mit Voranmeldung” und durch technische Neuerungen wie Handy und Internet.
 

 
  • Seit dem 25-jährigen Firmenjubiläum der Firma baut der mittlerweile ebenfalls sehr erfahrene Klaviermachermeister, im Andenken an Vater Friedrich und die Onkel Ernst und Franz Fichtenbauer, besonders hochwertige Pianinos und Flügel nach eigenen Vorstellungen und begeisterte damit bereits zahlreiche Pianistinnen und Pianisten.
  • Diese Instrumente vereinen kompromisslose akustische Qualität mit den Vorteilen der Digitaltechnik. Mit einem Handgriff können sie stummgeschaltet werden, sodass mit Kopfhörern weitergeübt werden kann.

 
 

  • Dass das Fachwissen und Können von Gerhard Fichtenbauer schon lange auch außerhalb Wiens gefragt ist, ist nichts Neues. Als er aber 2017 nach China zum “Finetuning” eines neu angekauften Konzertflügels eingeflogen wurde, war das schon ein außergewöhnliches, nicht alltägliches Ereignis.
  • Nach einem 10-Stunden-Flug nach Shanghai ging es sofort mit dem Auto durch dichten Verkehr weiter in die Provinz Jiangsu nach Suzhou. Wer weiß, wo er gelandet wäre, wenn ihm nicht sein chinesischer Freund, Dolmetscher und Reiseleiter Wei permanent zur Seite gestanden hätte.
  • Herzlich willkommen von den Menschen und beeindruckt von der Architektur, der Landschaft und der chinesischen Lebensart war für den europäischen Klaviermachermeister trotzdem der zu betreuende Konzertflügel stets im Fokus. Schließlich sollte er bald im 66-köpfigen Symphonieorchester von Suzhou zum Einsatz kommen und mit seinem Klang Musikliebhaber aus der ganzen Welt erfreuen.
  • Vorerst überwachte aber Gerhard Fichtenbauer einmal die gar nicht so einfache finale Lieferung des 500kg schweren Instruments in den Backstage-Bereich des Konzertsaales.
   
  • Das Auspacken, Aufstellen, Zusammenbauen, Überprüfen, Stimmen und Intonieren des Klaviers auf höchstem Niveau gehörte dann schon wieder zu seinen Routine-Aufgaben. Nach wenigen Stunden war das Instrument einsatzbereit.
  • Nach getaner Arbeit wurde der geschätzte Fachmann mit den feinsten lokalen Speisen und Getränken kulinarisch verwöhnt. Laut seinen eigenen Aussagen wurde fast ein Gang pro Klaviertaste serviert. Am nächsten Tag wurden ihm die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ansatzweise die Schönheit des Landes gezeigt.
  • Trotz sehr verlockender Angebote, sein Geschäftsfeld von Wien nach Suzhou zu verlegen, kehrte Gerhard Fichtenbauer letztendlich wohlbehalten wieder in sein Geschäft zurück, wo ebenfalls bereits ausreichend Arbeit wartete.
 

 
  • Am 8. Juli 2018 setzte ein Gleitschirm-Unfall in Italien dem Leben von ein plötzliches und tragisches Ende.
  • Auf diesem Video erklärt er wenige Minuten vor seinem Tod seine Absturzstelle. Man kann heraushören, mit welcher Freude er diesen Sport ausgeübt hat und wie sehr er diese Gegend geliebt hat. Lediglich die Sorge seiner Familie um ihn, hat ihm den Spaß etwas getrübt …

 
 

 
  • Hier können Sie auf seinem letzten Flug mit geglückter Landung begleiten.

 
 

 
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